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Herbert Wintersohl

Ausstellungen

Veranstaltung 

Titel:
Alles unter Dach und Fach
Wann:
18.08.1996 - 26.08.1996
Wo:
Heimathaus Drolshagen - Drolshagen
Kategorie:
Ausstellungen

Beschreibung

„Alles unter Dach und Fach“
Ausstellung zur Geschichte eines sauerländischen Bauernhauses

Von Hubertus Halbfas

Im August 1996 zeigte der Heimatverein für das Drolshagener Land im Brunnensaal seines Hauses eine Ausstellung über die wechselhafte Geschichte des Hauses Bieker in Dirkingen seit 1749. Damit einher ging die Dokumentation aller Werkzeuge des Zimmerhandwerks, wie sie beim Bau von Fachwerkhäusern benutzt wurden. Weiterer Akzent war die Geschichte der Bewohner dieses Hauses und – als (Zwischen-)Ergebnis mehrjähriger Forschung – die Geschichte der weitläufig verzweigten Familie Bieker seit dem 16. Jahrhundert. Hinzu kam ein Dirkinger Bilderbogen, dessen sorgfältig ausgewählte Fotografien exemplarischen Einblick in die Familien-, Sozial- und Kulturgeschichte eines kleinen Dorfes boten.

Die großzügige Präsentation der Exponate, der Familiengeschichte und Fotos ließ die Sorgfalt der Vorbereitung eindrücklich erkennen. Der besondere Charakter dieser Ausstellung aber bestand im Rahmenprogramm. Fünfmal wurde besonders eingeladen: zunächst zu einem „Dirkinger Abend“, den das ganze Dorf und viele Verwandte und Freunde mit engagiertem Interesse wahrnahmen. Dann folgte ein Abend „für alle, die Bieker heißen“. Dieser im Drolshagener Land verbreitete Familienname – im Telefonbuch ist er 74 mal vertreten neben 76 mal Lütticke und 64 mal Schürholz – ließ ein übervolles Haus erwarten, doch erwies sich hier das Interesse geringer; offensichtlich besteht der Wunsch, die eigenen Wurzeln kennenzulernen, in der weitverzweigten Sippe nicht allzu ausgeprägt, doch dafür um so deutlicher in der Dirkinger Linie. Ein weiteres Mal kamen Mitglieder des Heimatvereins und interessierte Bürger zusammen Die vielen anlässlich dieser Begegnungen geführten Gespräche fanden stets ihre intensive und gesellige Fortsetzung in der Gaststube des Heimathauses, das sich erneut als behagliche und gern angenommene Stätte der Begegnung erwies.
Zu einer spezifischen Einführung in die Ausstellung waren auch die Lehrerinnen und Lehrer der Drolshagener Schulen eingeladen worden. An diesem Abend zeigte sich am nachdrücklichsten, welche Dimensionen das Thema „Haus und Wohnen“ bereithält. So war es auch keine Überraschung, daß in den letzten Tagen der Ausstellung an jedem Morgen Schulklassen ins Heimathaus kamen.
Als Resümee lässt sich festhalten, dass die Zahl der Besucher und viele am Rand geführte Gespräche die Erwartungen des Drolshagener Heimatvereins übertrafen. Die mit der Ausstellung verbundene Geselligkeit hat die Veranstalter besonders erfreut. Die beeindruckende Leistung des Autors dieser geschichtlichen Präsentation, Herbert Wintersohl, verdient größten Respekt. Als richtig erwies sich die Beschränkung auf einen begrenzten Sachbereich, der überschaubar und zugleich professionell dargestellt wurde. Unverkennbar zeigte sich das Heimathaus als idealer Ausstellungsrahmen, der nach Lage und Räumlichkeit zu ähnlichen weiteren Veranstaltungen ermutigt. Die anlässlich der Ausstellung spontan erklärten neuen Mitgliedschaften im Heimatverein sind der augenscheinliche Beweis anerkennender Zustimmung.

Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe, 67. Jahrgang, Folge 184, (Nr. 3, 1996), S, 201f

 

Weitere Pressestimmen zur Ausstellung:


Die Geschichte vom Kaffeelot
Alles unter Dach und Fach im Drolshagener Heimathaus
Herbert Wintersohl erlebte sein "blaues Wunder"
Alles unter Dach und Fach
Dirkingen eines der besterforschten Kleinstdörfer

 

 

Sauerland-Kurier 32./13.Jg (1996), 07.08.1996

Herbert Wintersohl und die Geschichte vom Kaffeelot

von Astrid Heer

Dirkingen – ein kleines Örtchen unweit Drolshagen, ein Bauernhof, ein Zimmer bis unter die Decke angefüllt mit allem Möglichen: Fingerhüte, Mausefalle, Pflüge, Töpfe, Sohlennägel und und und …

Alter Plunder, meinen die einen, Dinge, die eine Geschichte erzählen, die anderen. Zu letzteren zählt Herbert Wintersohl, Besitzer der Sammlung bäuerlicher Haus- und Arbeitsgeräte, gebürtiger Dirkingern, zu Zeit wohnhaft in seiner Wahlheimat Bayern. Wintersohl, für viele Drolshagener ist er immer noch „der von Volperts“, bezeichnet sich selbst als „Jäger und Sammler“. Seit 1985 jagt er interessanten Stücken hinterher, um sie seiner Sammlung einzuverleiben.
Aufbauend auf eine kleine Sammlung seines Vaters nennt er inzwischen circa 1000 Stücke sein Eigen. Da gibt es die Dreschmaschine ebenso wie das Inventar einer alten Schusterei, den Garbenhalter und den „aus der Kartusche einer schweren Feldhaubitze, Modell 18, 1944 hergestellten Christbaumständer“. Auf diesen Bereich hat der 30jährige auch den Schwerpunkt seiner Sammlung gelegt: „Der interessanteste Bereich ist 1945 bis 1949. Eine extrem kurze Phase, aber von enormer Bedeutung: Militaria wurden zivilisiert, zum Beispiel wurden aus Stahlhelmen Töpfe.“
Ist er, bei der Luftwaffe der Bundeswehr für Organisation, Planung und Durchführung Zuständige, zu Beginn seiner Sammlertätigkeit noch Dingen hinterher gejagt, um sie zu besitzen, versucht er heute, die Objekte zu hinterfragen. Auf einer Karteikarte wird die Herkunft, der Ort des Erwerbs, die Maße, Stempel, Bemalung und sonstige Besonderheiten notiert. Probleme treten auf bei Dingen, die völlig fremd sind. Jetzt heißt es herumschauen, Informationen sammeln, Museen besuchen, Literatur wälzen und nicht zuletzt ältere Mitbürger befragen, die ja vielleicht noch mit diesem Gegenstand gelebt und gearbeitet haben. So geschehen mit einer etwas eigenartigen Taschenlampe, versehen mit Halterung und Glaskugel. Was ist das, fragte sich der fleißige Sammler. Beim Besuch in einem Hamburger Museum dann die Lösung: in der Chirurgie des ersten Weltkrieges wurden derartige Lampen benutzt, um einen bestimmten Lichtkegel zu erzeugen. Wichtig für ihn sind neben der Überlegung „Warum ist etwas so?, die Personen hinter einem Gegenstand: “Für ältere Menschen ist das ein Stück Erinnerung. Ich überlege, was erzählt das für eine Geschichte.“ Und was erzählt zum Beispiel ein Kaffeelot? Es war einmal ein kleiner runder Becher aus Eisen, versehen mit einem Henkel, durch einen Zwischenboden aufgeteilt in zwei Hälften, die eine dreiviertel groß, die andere einviertel groß. Als dann in schlechten Zeiten der Kaffee, den die Menschen so gerne tranken, zu teuer wurde, besann man sich auf die gute, alte Zichorienwurzel, und braute aus ihr Zichorien-Kaffee. Weil man aber von der Zichorie mehr, vom echten Bohnenkaffee weniger benötigte, gab es bald die Kaffeelote mit zweierlei Maß: das Große für den „Muckefuck“, das kleine für den Bohnenkaffee.

 

 

Kurier am Sonntag (18.08.1996)

Alles unter Dach und Fach im Drolshagener Heimathaus. Ausstellung begann gestern

Seit gestern läuft im Drolshagener Heimathaus in der Annostraße die Ausstellung „Alles unter Dach und Fach“ – Geschichte eines sauerländischen Bauernhauses. Bis Montag, 26. August, können sich interessierte Besucher täglich von 15 bis 20 Uhr ein Bild davon machen, wie das Leben der Handwerker früherer Zeiten aussah, mit welchem Werkzeug der Zimmermann arbeitete und wie unsere Großeltern lebten. Ein besonderes Schmankerl hält der Besitzer der Ausstellung, Herbert Wintersohl, für alle Biekers bereit: neben der Familienchronik von 1565 bis 1989 und vielerlei Fotomaterial rund um das Biekersche Haus in Dirkingen, findet am Dienstag, 20. August, um 19.30 Uhr ein Treffen für alle, die Bieker heißen, statt. Jeweils um 19.30 Uhr sind am Montag alle Dirkingern, am Mittwoch Mitglieder des Heimatvereins und sonstige Interessierte und am Donnerstag die Lehrer der Drolshagener Schulen eingeladen. Anhand von ungefähr 60 Exponaten, etwa eine Aussteuertruhe von 1660, erhält der Besucher eine nahezu vollständige Rekonstruktion früherer Schaffensweise.

 

Westfalenpost : Zeitung für Olpe, Wenden und Drolshagen Nr. 194 (19.08.1996)

Herbert Wintersohl erlebte „blaues Wunder“

Ausstellung „Alles unter Dach und Fach“ eröffnet.

Drolshagen. Heimatvereinsvorsitzender Professor Dr. Hubertus Halbfas eröffnete am Samstagabend die Ausstellung „Alles unter Dach und Fach“ von Herbert Wintersohl. Bis zum 26. August können sich die Besucher die Geschichte des Hauses Bieker in Dirkingen, der Bewohner und der dort angewandten Zimmermannskunst anschauen.
„Nur hobbymäßig“, so erklärt der 30jährige Berufssoldat, begann er 1985 die Geschichte de4s Hauses und des damaligen Lebens in seinem Geburtsort aufzuarbeiten. Angefangen bei Johann Heinrich Bieker, der 1749 mit der Errichtung des Gehöfts begann, bis zum Tod des letzten dort wohnenden Bieker im Jahr 1989, hat er die Familiengeschichte erstellen können. Diese gibt beispielsweise darüber Auskunft, dass der Erbauer des Hauses ein gefragter Mann in der Kirchen- und Stadtgeschichte Drolshagens war. Sein Siegel ist noch heute auf Kirchenarchivurkunden. Ein Nachfahre war mit Heinrich Bone verwandt, nach dem das Drolshagener Heimathaus benannt wurde.
Auch die Emigration eines Teils der Familie in die USA wurde durch die Nachforschungen offengelegt. Herbert Wintersohl fand weiterhin heraus, dass die Biekers durch geschickte Heiratspolitik innerhalb kürzester Zeit alle drei Höfe in Dirkingen in ihren Besitz brachten. Die Renovierung und Restaurierung der Höfe kann man auf Fotos in der Ausstellung sehen.
„Mein kleines blaues Wunder“, so Wintersohl „entdeckte ich bei genauerem Betrachten des Fachwerks.“ Er bemerkte acht verschiedene blaue Farbschichten, die in ihm die Frage aufkommen ließen, ob es etwa auch blau-schwarzes Fachwerk gegeben hat.
Doch auch die Inschrift eines Balkens, die ihm lange Zeit Rätsel aufgab, wird dort zur Schau gestellt, des weiteren 24 Holzwerkzeuge, die zum damaligen Beruf des Zimmermanns gehörten, sowie andere Schätze der Zeit vor 200 Jahren. Darunter befinden sich z.B. eine alte Stoffkarte, eine Truhe und eine alte Uhr. Interessant ist auch eine reparierte Bohrwinde, die durch einen Stopfpilzkopf wieder funktionsfähig wurde.
Wintersohl: „Ich möchte mit dieser Ausstellung nicht der guten alten Zeit ins Wort fallen, sondern die Besonderheiten hervorheben.“

 

WR – Rundschau für den Kreis Olpe Nr. 195 (20.08.1996)


„Alles unter Dach und Fach“ im Drolshagener Heimathaus

Drolshagen. „Alles unter Dach und Fach“ – unter diesem Motto steht eine Ausstellung im Drolshagener Heimathaus, die jetzt von Prof. Dr. Hubertus Halbfas eröffnet wurde.

Herbert Wintersohl hatte in mühevoller Kleinarbeit die Geschichte eines sauerländischen Bauernhauses – des Hauses Bieker in Dirkingen – aufgearbeitet und präsentierte sie nun in Vollendung der Drolshagener Bevölkerung.
Die von Herbert Wintersohl, der im Übrigen in Dirkingen das Licht der Welt erblickte, organisierte Ausstellung dokumentiert die wechselhafte Geschichte des Hauses Bieker. Im Jahre 1671 kamen die ersten Bieker nach Dirkingen, wenige Jahre später gehörten ihnen bereits, durch viele geschickte Heiraten, drei weitere Höfe in Dirkingen. Bis heute findet man im Drolshagener Telefonbuch über 70mal den Namen Bieker, gefolgt von den Namen Lütticke und Schürholz.
Herbert Wintersohl hat seine Ausstellung in drei Bereiche gegliedert.
Einmal geht es um das Haus und dessen Bauweise. Ein weiterer Teil seiner Ausstellung befasst sicht mit den Menschen, die in diesem Haus wohnten.
Darüber hinaus befasste sich Wintersohl mit der Handwerkskunst, eindrucksvoll dargestellt anhand von alten Werkzeugen, deren Palette von Schrottsägen bis zu Äxten reicht.
Die Ausstellung ist noch bis zum 26. August, täglich von 15 bis 20 Uhr, im Drolshagener Heimathaus zu sehen.

 

Kurier am Sonntag, 08.09.1996

Halbfas: Dirkingen eines der besterforschten Kleinstdörfer

Nachdem die Ausstellung „Alles unter Dach und Fach“ im Drolshagener Heimathaus zu Ende ging, gehört die Ortschaft Dirkingen im Drolshagener Land laut Professor Hubertus Halbfas „zu den am besten erforschten Kleinstdörfern im Kreis“.
Diese Tatsache haben die rund 40 Einwohner in sechs Häusern Herbert Wintersohl zu verdanken, der seit einem Jahr die Geschichte des Hauses Bieker in Dirkingen, der dort lebenden Menschen und die Handwerkskunst früherer Zimmerleute recherchierte und aufarbeitete. Die mehr als 500 Ausstellungsbesucher konnten sich anhand von Werkzeug, Fotos und Zeichnungen ein Bild von der Entwicklung des zum Baubeginn zehn mal elf Meter kleinen Hauses machen und dessen Geschichte seit 1749 verfolgen.
Herbert Wintersohl will mit der Ausstellung für Geschichte und Bedeutung eines Haus im Dräulzer Land sensibilisieren: „So ein sauerländisches Fachwerkhaus ist ein Stück Identität und Heimat.“

 

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